Freitag, 27.09.2013

Heute machen wir den Ausflug nach Greenwich. Es liegt von der Tower Bridge aus gesehen etwa 10 km stromabwärts am Südufer der Themse.

Greenwich ist der Geburtsort der britischen Seemacht. Seit Heinrich VIII. wurden hier Kriegsschiffe gebaut, vor allem aber erhielten hier die Offiziere der Royal Navy ihre Ausbildung. Weltberühmt geworden ist Greenwich durch sein Observatorium, dem traditionellen Fixstern der christlichen Seefahrt, denn nach der Uhr von Greenwich und dem hier festgelegten Nullmeridian richtet sich bis heute die Weltschifffahrt. „Maritime Greenwich“ ist in seiner Gesamtheit von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden.

Der Greenwich Foot Tunnel unter der Themse
Um 10.15 Uhr starten wir und fahren mit der U-Bahn und der DLR bis Island Gardens. Dort steigen wir aus und laufen zu Fuß im Greenwich Foot Tunnel von 1902 unter der Themse hindurch. Nachdem wir uns umgesehen haben, stöbern wir ein bißchen im Infozentrum herum. Danach schauen wir uns die Cutty Sark von außen an. Die Cutty Sark war der letzte und berühmteste der Teeklipper, die im 19. Jahrhundert die „Teestraße“ zwischen England und China befuhren. Sie wurde 1869 im schottischen Dumbarton erbaut und galt als das schönste und mit über 17 Knoten Höchstgeschwindigkeit auch als das schnellste Schiff ihrer Zeit. Erst 1954 wurde sie außer Dienst gestellt.

Die Cutty Sark
Anschließend bummeln wir durch das Zentrum und auch durch den Greenwich Market. Hier gibt es Kunsthandwerk, Antik Stände und natürlich diverse Imbißstände mit Essen aus aller Herren Länder. Nachdem wir uns umgeschaut haben geht es weiter zum Greenwich Park. Der Park wurde rund um den Hügel angelegt auf dem heute das Observatorium steht. Hier trägt der Mast auf dem Türmchen des Steinhauses (Flamsteed House) den Zeitball, eine rote Kugel, die jeden Tag genau um 13.00 Uhr herunterfällt und somit allen auf der Themse liegenden Schiffen das Zeichen gibt, die Uhr zu stellen. Hier oben verläuft auch der Nullmeridian. Wir genießen die Aussicht durch den Park und auf die Themse. Wir laufen durch den Park zurück zum National Maritime Museum, dem wahrscheinlich größten Schifffahrtsmuseum der Welt. Der Eintritt ist kostenlos und wir schauen uns eine zeitlang um.

Das Flamsteed House mit der auffälligen roten Kugel
Ein überdimensioniertes Buddelschiff vor dem Eingang zum Museum
Inzwischen ist es 14.15 Uhr. Langsam macht sich Hunger bemerkbar. Wir entscheiden uns für Jamie´s Italian, ein Restaurant von Jamie Oliver. Ob er hier selbst kocht? Wir haben ihn jedenfalls nicht gesehen. Gleich vorne im Laden steht eine Armada von Kinderwagen und Buggys. Dieses Restaurant scheint sich bei Müttern mit Kleinkindern großer Beliebtheit zu erfreuen. Aber nicht nur bei diesen. Wir bekommen einen Pager und müssen Weilchen warten, bis ein Tisch frei wird. Unser Essen schmeckt sehr gut und eine Stunde später verlassen wir das Lokal.

Zurück geht es wieder mit der Bahn. An der Station Embankment steigen wir aus. Steffen ist auf der Suche nach dem ältesten Magic Shop der Stadt, der noch in Familienbesitz ist. Wir finden ihn schließlich in einer unauffälligen Unterführung. Steffen inspiziert das Angebot, entdeckt aber nichts interessantes und wir verlassen den Laden wieder. Wir überqueren wieder zu Fuß die Themse und laufen über das Southbank Foodfestival. Es ist ganz nett, aber weil wir schon so viele tolle Imbißbuden und Lebensmittelstände gesehen haben, sind wir nicht mehr beeindruckt. Generell fällt auf, dass die britische Küche stark bemüht ist, ihren schlechten Ruf hinter sich zu lassen.

Eine Sandskulptur am Themseufer
Abendbrot soll es bei einer weiteren Burgerkette geben, die wir schon aus den USA kennen und die nun auch in London eine Filiale hat, die Five Guys. Leider ist hier die Schlange relativ lang und die Zeit knapp, deshalb verzichten wir auf Burger und bestellen nur eine Portion der lecken Pommes, die wir zum Glück auch schnell bekommen und dann gemeinsam futtern.

Um 19.00 Uhr beginnt unser letztes Musical „Matilda“ - nach dem Kinderbuch von Roald Dahl. Es spielen diesmal viele Kinder mit, die sehr gut singen. Leider sind diesmal die Sprechrollen schlecht zu verstehen. Wie immer bewundere ich das Bühnenbild und die Menschen, die sich das ausdenken und bauen. Besonders, wenn man die Geschichte bereits als Film gesehen hat, kann man sich gar nicht vorstellen, wie die vielen verschiedenen Handlungsorte auf der kleinen Bühne dargestellt werden können.

Nach der Vorstellung fahren wir wieder mit der Bahn nach Hause, kaufen unterwegs noch ein Bier und ein Cider. Um 24.00 Uhr machen wir das Licht aus.